,,Wenn ich im Saarland bin, gehe ich auch zum FCS in das Ludwigparkstadion“
Saarländer trifft man überall auf der Welt, heißt es. Die SHS Foundation hat Dieter Gräbner, den langjährigen Lokalchef der Saarbrücker Zeitung gebeten aufzuschreiben, wie und wo sie leben.
Als die Telekom 1996 an die Börse ging, war der Saarländer Wolfgang Wagner, Jahrgang 1957, einer der Berater, die diesen Schritt vorbereitet hatten. Wagner, geboren und aufgewachsen in Saarbrücken, Abitur 1976 am Ludwigsgymnasium in Saarbrücken, Betriebswirtschaftsstudium in Saarbrücken, verheiratet, zwei Kinder, hatte 1982 bei einer Vorgängergesellschaft von Pricewaterhouse Coopers in Frankfurt am Main angeheuert. Es folgte eine steile Karriere. Seit 1996 ist der geprüfte Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Vorstandsmitglied der PricewaterhouseCoopers AG (PwC) mit Sitz in Berlin: "Wir sind ein Zusammenschluss, ein weltweites Netzwerk von 150 Landesfirmen mit rund 150 000 Mitarbeitern. Allein in Kontinental-Europa arbeiten Partner mit rund 40 000 Mitarbeitern für Pricewaterhouse Coopers.“ Im Internet kann man über Wolfgang Wagner nachlesen: "....ist spezialisiert im Bereich Transaktionen und Betriebswirtschaftliche Beratung. Seine langjährige Erfahrung aus der Leitung von Großprojekten und Unternehmenstransaktionen verbindet er mit Kenntnissen des Öffentlichen Sektors sowie des Energie- und Telekommunikationsmarktes. Derzeit verantwortet er im Vorstand den Bereich Public Sector und den Berliner Markt für PwC.“
Frage: Was versteht man unter Public Sector? "Wir arbeiten für Bundes- und Landesregierungen und auch für Kommunen als Berater und Prüfer“, sagt er knapp. "Derzeit sind wir mit der Umsetzung des Konjunkturpakets, zum Beispiel bei der Vergabe von Bürgschaften tätig, um nur ein Beispiel zu nennen. Wir begleiten aber auch landesübergreifende Investitionen."
Von 2003 bis 2007 war er der Chef des europäischen PwC-Netzwerkes. Inzwischen hat sich die PwC-Gruppe auch im europäischen Osten weiter ausgedehnt und sich in Polen, Russland, in Tschechien und Slowenien etabliert: "Die internationalen Aufgaben forderten viel Reisetätigkeit.“
Im Saarland ist er "vier bis fünf Mal im Jahr. Natürlich bei Familienfesten. Und wenn ich im Saarland bin, gehe ich auch zum FCS ins Ludwigsparkstadion - zuletzt zum Aufstiegsspiel. Ich bin Fan, auch wenn das zur Zeit nicht gerade begeistert, was da im Ludwigsparkstadion gezeigt wird. Auch als 'Neu-Berliner' bleibe ich im Herzen Saarländer. Ich mag das Land und die Menschen, ihre Art zu leben, ihrer Liebenswürdigkeit, die ganz anders ist als der manchmal etwas grobkörnige Berliner Charme und doch lebe ich auch sehr gern in Berlin.“ Und nach einer kurzen Pause sagt er: "Auf saarländische Ess- und Trinkgewohnheiten muss man in Berlin nicht unbedingt verzichten. Kürzlich habe ich sogar eine Quelle für Karlsberg Ur-Pils gefunden - und “geschwenkt wird im Garten natürlich auch regelmäßig.“
Ministerpräsident Peter Müller ernannte Wolfgang Wagner zum Saarlandbotschafter. "Das hat mich natürlich sehr gefreut. Ich werde weiter für das Saarland Reklame machen. Und von der Pfiffigkeit und den Pragmatismus der Saarländer erzählen. Und von den Möglichkeiten, die sich aus der Lage, der Schnittstelle zwischen Luxemburg und Frankreich, für innovative Leute ergeben, die sich selbstständig machen wollen. Das wissen viele nicht. Darüber muss man reden.“



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