Vortrag über Chamissos Wirken

Freitag, 30.04.2010

Alfred Gulden referiert in Saarlouis über Naturforscher

Adalbert von Chamisso wurde 1781 in Frankreich geboren und verbrachte viel Zeit mit Reisen und Forschungen. Alfred Gulden referiert in der Saarlouiser Stadtbibliothek.
Saarlouis. Der Vortrag „Chamissos Schatten II“ von Alfred Gulden findet am Dienstag, 4. Mai, um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek innerhalb der Reihe „Literatur und Historie: Personen der Geschichte und ihre Bücher“ statt.
2009 las Alfred Gulden über die Person des Dichters Adelbert von Chamisso als Franzose in Deutschland und wie die deutsche Literatur ihm half, „heimisch“ zu werden. Chamissos Schatten II richtet 2010 den Focus auf den „wilden Europäer“, auf Chamisso, den Wissenschaftler und Forscher, den Weltreisenden. Chamisso hat die Abwertung der Kultur des Wilden nicht mitgetragen. Er, der forschende Weltreisende, verachtete ihr zerstörerisches Verhalten gegenüber den fremden Kulturen, griff Kolonialismus und gewaltsame Missionierung an.
Seitdem hat sich viel in Europa geändert. Der Vertrag von Lissabon bekräftigt die Grundsätze, auf die sich die Europäische Union stützt: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Grundfreiheiten, Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Solidarität.
Adelbert von Chamisso war ein Vorkämpfer für diese Ideale. In einer Zeit, in der Personen wie auch ganze Völker Gefahr laufen, ihre Identität zu verlieren, während andere nach Jahren der Unterdrückung ihre wieder finden, ist Chamissos Werk aktueller denn je. Auch seine sozialkritischen Texte sind im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung lesenswert. All diese Aspekte, aber vor allem auch die Forschungs- und Weltreisen des „deutschen Franzosen“ Adelbert von Chamisso wird Gulden in seinen Vortrag vorstellen. Die Lesung ist ein Beitrag zur Europawoche 2010.