Von Dudweiler nach Shanghai

09:16 | 2010-07-07

Diplom-Ingenieur Peter Homberg

Saarländer trifft man überall auf der Welt, heißt es. Die SHS Foundation hat Dieter Gräbner, den langjährigen Lokalchef der Saarbrücker Zeitung gebeten aufzuschreiben, wie und wo sie leben.

Der Dipl.-Ingenieur Peter Homberg, Jahrgang 1958, wuchs in Dudweiler auf, machte in Saarbrücken am Gymnasium am Schloss 1988 sein Abitur. Sein Vater Ferdinand Homberg war Musiker und als zweiter Geiger und Vorspieler der zweiten Geigen Kammermusiker im Orchester des Staatstheaters in Saarbrücken. Und er spielte auch Saxophon. In amerikanischer Kriegsgefangenschaft hatte er sich das selbst beigebracht und im US-Offizierskasino in einer Prisoner of War-Band die guten alten Swing-Nummern von Glenn Miller und Benny Goodman gespielt. "Für ihn hatte das den Vorteil, dass er nach der Musik ans kalte Buffett des Offizierkasino konnte“, wie sein Sohn aus den Erzählungen des Vaters weiß. Sohn Peter eiferte, zumindest was das Saxophon betrifft, dem Vater nach. Er spielte ebenfalls Saxophon, und als er mal durchblicken ließ, dass er vielleicht gerne Jazzmusiker werden würde, machte der Vater Druck: "Erst lernst du mal was Richtiges!“ Das tat er dann auch. Er studierte an der Saar-Uni Elektro-Technik, schloss als Dipl.-Ingenieur ab, spezialisierte sich auf Mechatronic und Software-Entwicklung und arbeitete zunächst für die Firma KOMEK in Eppelborn, die, wie er erzählt, ein "auf den zehntel Millimeter genaues Mess-Verfahren für Automobile entwickelt hatte. Das ist eine computergesteuerte Messtechnik, mit der man beispielsweise am Auto Sturz und Spur einstellen kann. Fast alle großen Autohersteller arbeiten mit diesem System.“ Als das Eppelborner Unternehmen von der Carl Schenck AG in Darmstadt, einem weltweit führenden Technologie-Unternehmen im Bereich der angewandten Messtechnik, die wiederum zur Dürr Assembly Products GmbH in Stuttgart gehört, übernommen wurde, war auch Peter Homberg  "weltweit, in Amerika, in Asien und Europa unterwegs, um unsere computergesteuerte Messtechnik im Automobilbau zu etablieren.“ 1999 wurde er das erste Mal nach China geschickt: "Ich habe mich dort gleich wohl gefühlt.“ Und als er 2004 gefragt wurde, ob er nicht in Shanghai eine lokale Produktionsstätte für computergesteuerte Messtechnik im Automobilbau gründen und leiten wolle, sagte er gerne Ja: "China ist ein großer Markt für computergesteuerte Messtechnik im Automobilbau. Alle großen Marken, amerikanische, europäische und japanische, werden in China in Lizenz gebaut.“ Inzwischen ist er "General Manager Service & Installation“ für die "Dürr Final Assembly Products – Division of Schenck Shanghai Machinery Co Ltd. Seit fünf Jahren lebt er in China, ist mit Xia, einer Chinesin verheiratet, die Marketing-Leiterin in einer Unterwäsche-Fabrik ist, spricht ein wenig Mandarin und "fühlt sich sehr wohl in Shanghai. Die Stadt hat 17 Millionen Einwohner und eine Ausdehnung von 130 Kilometer. Das ist für unsere europäischen Verhältnisse undenkbar.“ Einem Saarländer ist er in Shanghai auch schon begegnet, und zwar in der selben Firma, für die auch er arbeitet: Peter Legner, in St. Ingbert geboren, in Saarbrücken aufgewachsen, ist  Geschäftsführer der Schenck Shanghai Machinery Co Ltd. ...und Saarlandbotschafter. "Es heißt ja“, so sagt er, "dass man die Saarländer überall trifft auf der Welt. Warum soll man nicht noch weitere Landsleute treffen. Mich würde das freuen.“

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Kommentare

Kurt2010-11-26 | 02.53
Hallo Peter,

du bist als immer noch in Shanghai.
Melde dich mal dann koennen wir ein Bierchen trinken.
Ich bin zur Zeit in Wuhan

Gruss
Kurt

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