Saarbrücken als Labor Europas: Die Vision der Eurometropole
Am 07. November 2025 fand im Festsaal des Rathauses St. Johann eine wegweisende Diskussionsveranstaltung zum Thema „Eurometropole Saarbrücken“ statt, organisiert von der SHS Foundation in Kooperation mit der Landeshauptstadt Saarbrücken.
Saarbrücken auf dem Weg zur deutsch-französischen Hauptstadt
Oberbürgermeister Uwe Conradt eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag zur Vision der Eurometropole Saarbrücken.
Er formulierte die Kernbotschaft, dass Saarbrücken zur deutsch-französischen Hauptstadt werden soll, um die einzigartige Position der Region stärker in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu rufen. Fakt ist, dass im Großraum Saarbrücken 1,5 Millionen Menschen diesseits und jenseits der Grenze leben. Die Stadt ist Wissenschaftszentrum und Sitz wichtiger deutsch-französischer Institutionen.
Oberbürgermeister Conradt rief alle Zuhörer – Institutionen und Privatpersonen – dazu auf, die Erklärung der Eurometropole zu unterzeichnen und diese Vision aktiv mitzugestalten.
Mehrsprachigkeit: Der Schlüssel zur europäischen Identität
Anschließend beleuchtete Prof. Dr. Anemone Geiger-Jaillet, Saarlandbotschafterin und Professorin für Sprachwissenschaft (Universität Straßburg), in ihrem Vortrag „Zwischen Nähe und Distanz“ die prägende Rolle von Mehrsprachigkeit, Identität und Kooperation.
Prof. Geiger-Jaillet betonte, dass Europa nicht nur durch Verträge, sondern vor allem durch die alltägliche Kooperation der Bürger entsteht. Die gelebte Mehrsprachigkeit ist hierfür eine zentrale Voraussetzung:
Mehrsprachigkeit ist Schlüssel, Türöffner und Identitätsmerkmal zugleich. Sie entsteht durch gemeinsame Bildung in zweisprachigen Kitas, Schulen und Universitäten. Langjähriger zweisprachiger Unterricht ist prägend, fördert die Kreativität und eröffnet zwei Perspektiven auf die Welt.
Die Professorin zeigte konkrete Beispiele auf, wo grenzüberschreitende Kooperation in der Region bereits gelebt wird, z.B. in Form des beiderseits der Grenze gültigen Bibliotheksausweises. Als Vorschläge zur weiteren Vertiefung nannte sie gemeinsame Ferienbetreuung für deutsche und französische Schulkinder oder gemeinsame Freizeitangebote auch für Erwachsene.
Fazit: Vielfalt als größte Ressource
Prof. Geiger-Jaillet resümierte, dass die Vielfalt der Region deren größte Ressource ist und nicht als Hindernis, sondern als Motor für den Zusammenhalt dient.
Ihr Appell, um das Verbindende in der Eurometropole weiter zu stärken:
- Mehrsprachigkeit leben
- Kooperationen aktiver gestalten
- Europäische Identität von unten denken
Zusammenfassung des Vortrages von Prof. Dr. Anemone Geiger-Jaillet auf Deutsch und Französisch - PDF
